Schmetterlinge

Nur noch drei Tage! Drei Tage hatte ich Zeit, um Samuels Aufmerksamkeit zurück zu bekommen, das nahm ich mir vor. Denn ich hatte genug wie sich Jenny immer an ihn ranschmiss und er das auch noch zu ließ. Alex und ich waren in den letzten zwei Tagen fast unzertrennlich geworden und überall wo er was da war auch ich und genauso anderes herum. Amy wurde mit der Zeit ein wenig eifersüchtig und das nicht, weil ich Alex als einen meiner Freunde betrachtete, sondern sie wollte SEINE Freundin sein, sie hatte sich in ihn verliebt. Was ich ihr nicht verdenken konnte, denn er sah echt (!) gut aus, hatte Humor und war trotzdem nicht arrogant. Manchmal kam kurz der Gedanke, ob ich es vielleicht mal mit Alex probieren sollte, aber jedesmal wenn der Gedanke auftauchte, wie es wohl sein würde wenn ich seine Freundin wäre, fühlte ich gar nichts dabei. Ich Ärgerte mich natürlich über mich selbst, aber was das Herz will…. Naja, ich hatte also noch drei Tage.

 Ich stand voll Motiviert beim Zähneputzen, und schenkte meinem verstrubeltem aussehen ein motivierendes lächeln, als ich im spiegel beobachtete, wie Jenny in die Damen Toiletten kam. Es muss ja so sein, dass sie selbst morgens nach dem aufstehen perfekt aussieht. Ich wette sie hat nicht mal Mundgeruch! Ich konnte einfach nicht aufhören sie anzustarren, als wäre sie ein berühmter Star, der mich plötzlich auf der Toilette besuchte. Ich spuckte aus, und wünschte, dass sie der Grund des Waschbeckens war. Dabei musste ich lachen, was zu folge hatte das ich mich an meiner eigen Spucke verschluckte. Nach kräftigem husten machte ich mich wieder vorzeigbar, ich machte mir meine heiß geliebten, aber umständlichen Kontaktlinsen rein, trug Make up, Mascara und einen natürlichen Lippenstift auf. So konnte ich mich sehen lassen. Ich ging aus den Wachsräumen raus und kniff meine Augen zu, da die Sonne in mein Gesicht strahlte. Ich ging zurück in meine Hütte und verstaute meine Kosmetikartikel. Danach brachen Amy, Alex und ich zum Frühstück auf. Nachdem Amy und ich den Morgen und den Nachmittag damit verbrachten den Teens Vorschläge zu unterbreiten, was sie in unserem Zelt so alles machen konnten, waren die meisten Teens auch gut dabei, außer die Kerle natürlich, die es peinlich fanden ein bildrahmen zu bemalen. Den versuchte ich bei zu bringen wie man Armbänder knüpfte. Dabei bemerkte ich nicht wie Samuel hinter mir stand und beobachtete wie ich den Jungs an einem Beispiel erklärte was sie zu machen hatten. (Den meisten gelang das allerdings nicht wirklich). Ich musste also einer kleinen Horde stauender Jungs versprechen, dass ich ihnen ein Armband anfertigen würde. Schließlich gab ich nach, denn ich hatte ja nicht wirklich was zu tun. „Hey, wurdest du mir auch so eins machen?“ Ich erschrak und drehte mich um. „Hey Samuel, hab dich ja gar nicht bemerkt!“ ich wurde nervös und strich Marals meine Haare glatt. „und machst du mir auch so ein cooles Band?“. Ich bemerkte gar  nicht das er was gesagt hatte, weil er mal wieder einfach umwerfend aussah. „Was willst du?“. Ich schaute ihn irritiert an. Samuel lachte. „ na, so ein Armband das du immer machst.“ „oh, ja klar. Du bekommst eins. Allesdings musst du dich hinten anstellen, denn ich muss denen hier erst eins machen.“ „Oh maaan, okay …“ Ich bekam einen wundervollen Gedanken: „ Aber nur wenn du mir auch eins machst!“  „Ich soll dir auch eins machen? Bist du dir da sicher?“ „Ja vorher bekommst du deins nicht.“ Ich wusste nicht woher ich den Mut bekam ihm das zu sagen.. „ Na gut, du musst allerdings damit rechnen, dass es nicht sehr schön wird!“ Er grinste mich an, mir fiel es schwer dabei nicht zu sabbern. Wenn ich ihm ein Armband mache das er immer umhatte, würde er gezwungen sein an mich zu denken, und würde mich nicht vergessen auch wenn das Camp vorbei war. Oh Chrisy, du Genius! Ich starrte ihm nach wie er aus dem Zelt ging. Und ich versuchte vergeblich den Jungs beizubringen wie  man aus Wolle ein Armband knüpfte. Den ganzen Abend verbrachte ich also damit Armbänder zu machen. Was im Camp völlig normal war, denn jeder hatte in seiner Hosen Tasche ein Paar Wolle Fäden da, um sich zu beschäftigen wenn einem Langweilig war, da alle Handys am Camp Anfang eingesammelt wurden. Also saß die Hälfte der Teens die noch wach waren mit ihren Fäden am Lagerfeuer und unterhielten sich mit den anderen. Ich sah wie auch Samuel ein Armband machte, jedenfalls sah es danach aus. Jenny versuchte seine Aufmerksamkeit damit zu erlangen in dem sie ständig auf ihn einredete, hin und wieder lachte er, aber zu mehr brachte sie ihn nicht. Yess! Nachdem alle Teens ins Bett gezwungen wurde, es gab nämlich jedesmal Diskussionen ob man denn nicht mit den Nachtwächtern aufbleiben dürfe. Die Nachtwächter blieben die ganze Nacht am Lagerfeuer sitzen und bewachten das Camp, denn jedes Jahr kamen eine Paar jugendliche in das Camp und trieben Unfug, letztes Jahr Fanden sie den Schalter für die Feuer Sirene. Die Stammte noch aus der Zeit, als das Camp Gelände als Militärstützpunkt diente. Jetzt wird sie nur noch gebraucht, um Tagsüber zu läuten wenn es Essen gab und wenn es mitten in der Nacht ein Nachtspiel gab (Es gibt jedes Jahr so ein Nachtspiel..). Sie drückten also den Schalter und plötzlich wurde die Nacht mit ohrenbetäubendem Krach  durchbrochen. Alle Teens schreckten aus ihrem Schlaf auf und dachten es käme das berühmte Nachtspiel, doch so war es natürlich nicht. Es war ein Haufen Arbeit, aufgedrehte Kinder wieder in ihre Betten zu bringen. Die Nachtwächter passten also auf, dass niemand in das Camp „Einbrach“ und brachten kleine ängstliche Mädchen zu den Toiletten, die ein wenig entfernt lag. Ich blieb also bei den Nachtwächtern, da ich überhaupt nicht müde war, und das Feuer so schön knisterte. Ich unterhielt mich mit einen der Nachtwächter und wir fingen an rum zu blödeln, als sich Samuel neben mich setzte. Ich war echt aufgedreht, manche denken wenn ich so drauf bin, dass ich zu viel Alkohol getrunken hätte. Ihr könnt euch also vorstellen wie ich aufgedreht bin. Nach Müde kommt doof. „Na, Samy Boy, bischt noch unterwegs, he?“. Ich schüttelte innerlich den Kopf. Samy Boy?! Ernsthaft? Meine Augen wurden groß, weil ich schon eine abfällige Erwiderung erwartete. „Jo klar! Und bei dir ´Chrisy bissy` ?“ Samuel lachte. Puhh, noch mal Glück gehabt! „und biste schon fertig mit dem Armband?“  ich hielt ihn das hoch, dass ich für ihn gemacht hatte. Es war blau und grau gestreift, was ziemlich cool aussah. „Hey das ist ja Mega cool!“ Er hielt mir seinen Arm hin und ich machte es ihn um sein Handgelenk. Dabei streifte ich (absichtlich)seinen Arm. Ich bemerkte wie er mich anschaute. Ich brauchte etwas länger mit dem zuknoten, was natürlich an der Dunkelheit lagJ. „So,jetzt bist du dran!“ ich hielt ihn mein arm hin. „Was? Achso ja klar. Ich wurde ein wenig rot, da ich bemerkt hatte wie er MICH angestarrt hatte. Er holte einen langen weinroten wollfaden aus seiner Hosentasche und wickelte es mir um mein Handgelenk. Ich musste lachen. „Ist das dein ernst?!“ „Ich hab es einfach nicht hingekriegt! Und gib es zu, es sieht nicht schlecht aus!“ Ich schaute auf meinen Arm, ich grinste. „Ok, du hast echt Talent, du solltest das zu deinem Beruf machen!“ „Oh ja, ich Habs halt drauf!“ wir lachten beide. Samy Boy wie ich ihn heimlich nannte, rutschte nicht von mir weg, mein Knie kribbelte, es zog sich hoch bis in meinem Bauch, wo auf einmal viele Schmetterlinge zu tanzen begannen.

16.8.15 21:33

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