6. Die Wanderung Teil 3

 

Ich wurde wach, weil sich ein spitzer Stein in meiner Schulter bohrte, ich lag auf meiner Seite und schlug meine Augen auf. Ich konnte nicht sofort was erkennen, alles war noch ein wenig verschwommen. Als ich dann begriff wo ich lag schlug mein Herz mir bis zum Hals. Samuel lag mir direkt gegenüber, er hatte sich auch auf die Seite gedreht, und ich schaute ihm direkt ins Gesicht. Er war vielleicht nur eine Handbreite von meinem Gesicht entfernt. Jetzt bloß nicht ausatmen, kann sein das ich Mundgeruch habe…Scheiße. Ich hielt den Atem an und drehte mich langsam auf meinen Rücken. Der Stein bohrte sich tiefer rein, aber das war mir in diesem Moment egal. Stockend atmete ich aus. Doch konnte ich das nicht lange aushalten, ich drehte meinen Kopf zurück wo er gelegen hatte. Bei seinem schlafenden Anblick musste ich einfach lächeln, er war einfach zu süß! (Ich weiß das sagt man nicht zu Kerlen, aber das passte in diesem Moment einfach.)Ein Paar Haarsträhnen vielen ihm ins Gesicht, ich war versucht diese aus seinem Gesicht zu streichen. Seine Wimpern berührten leicht seine Wangen und wenn ich ganz still da lag, konnte ich hören wie er atmete. Es kam mir vor, als würde die Zeit nicht mehr existieren und ich wünschte mir, dass ich auf ewig so liegen könnte. Doch in diesem Moment öffnete er seine Augen. Kacke! Er hat mich erwischt wie ich ihn beobachtet habe. Wir schauten uns in die Augen, es kam mir endlos vor, doch waren es sicherlich nur paar Sekunden, ich wollte weg schauen, aber seine Augen zogen mich in seinen Bann. Seine Augen, die von Dichten Schwarzen Wimpern umrandet wurden, waren von einem durchdringenden blau, ich konnte darin kleine schwarze Punkte erkennen. „Guten Morgen!“.Sagte er und lächelte mich verschlafen an.  Ich wollte in diesem Moment  nichts sagen, und lächelte ihn einfach nur an. Verschlafen rieb er seine Augen und streckte sich. Ich konnte und wollte nicht wegschauen! Langsam kam Bewegung in die vorher so ruhigen schlafplatz. Ich setzte mich auf und war froh, dass ich die Hälfte der Wanderung überstanden hatte, vor allem wegen meiner Kontaktlinsen!

Wir frühstückten, und bauten unser Lager ab, jeder packte seinen Schlafsack ein und war froh, dass die Nacht vorbei war. Auch ich war zum Teil glücklich, dass das alles bald ein Ende fand, aber ein kleines ziehen machte sich in meiner Brust bemerkbar. Was passiert wenn wir wieder im Camp sind? Wird er mich so behandeln wie er es vor der Wanderung tat?  Ein bisschen niedergeschlagen ging ich hinter den anderen her, zurück ins Camp. Alex gesellte sich auf meiner rechten Seite zu mir und vertrieb meine schlechte Laune. Wir unterhielten uns über verschiedenes, worüber weiß ich gar nicht mehr  genau, aber ich weiß, dass es mir immer leicht gefallen war mit ihm über alltägliche Dinge zu reden. Ich wünschte mir aber dennoch, dass Samuel mich endlich sah. Und das nicht als eine langweilige  Spießerin, sondern, als eine lustige „Frau“ von der er mehr wollte als nur Freundschaft.

8.8.15 22:26, kommentieren

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5. Die Wanderung Teil 2.

Nach dem das erste „richtige“ Gespräch ein voller Erfolg für mich war, genoss ich die Aufmerksamkeit die Samuel mir schenkte, nicht nur er, sondern auch Alex setzte sich zu uns und unterhielt sich mit mir. Auch nachdem sich alle in ihre Schlafsäcke gekuschelt hatten, saßen wir noch lange dort und alberten herum. Bis das Feuer langsam kleiner wurde und nur die glühende Kohle verriet, dass dort noch welche wach waren. Ich wurde müde und sagte den beiden gute Nacht und legte mich ebenfalls in meinen Schlafsack. Wir schliefen alle unterfreiem Himmel und ich beobachtete die Sterne und dachte über den Tag nach. (Übrigens mein Plan wegen den Kontaktlinsen war es, alle paar Stunden aufzuwachen, damit diese sich nicht an meinen Augäpfeln antrocknen konnten). Nach ein paar Stunden wurde ich mal wieder wach, und ich musste ziemlich dringend für kleine Mädchen, was sich als schwer erweisen konnte, da es mitten in der Nacht war und wir neben einem Dunklen Wald schliefen. Ich pellte mich aus meinem Schlafsack und ging benommen über die Lichtung in den Wald. Ich rieb meine Augen, da sie aufgrund meiner Linsen juckten. Als ich dachte, tief genug im Wald zu sein, so dass mich keiner sehen konnte, hockte ich mich hin und bemühte mich, mich nicht umzusehen und in jeden Ästen böse Fratzen zu entdecken. Als ich knackende Äste hörte, beeilte ich mich und zog schnell meine Hose hoch und wollte schnell zum  Lager laufen, als sich mir jemand in den Weg stellte. Ich konnte das Gesicht nicht erkennen, da es im Schatten lag, doch seine Silhouette verriet, dass es ein Mann sein musste.

„Hey, was machst du hier?“. Ich erkannte wer es war. „Mann Alex! Hast du mich erschreckt!“ Ich boxte ihm in die Schulter. „Ich bin aufgewacht und hab deinen leeren Schlafsack gesehen, da hab ich mir Sorgen gemacht..“. Jetzt konnte ich sein Gesicht sehen, es wurde vom Mond beleuchtet und zeigte seine Besorgte Miene. „Bei mir ist alles in Ordnung, musste mit dem Wald nur was besprechen…“. Alex sah mich an, er überlegte. „Ich kapiere es nicht.. du willst allein… Achsoo..Ja na gut, bist du denn fertig?“. Oh man ist das peinlich. Alex wurde rot, ich ebenfalls und schaute auf meine Füße. „Jaha, lass uns zurück gehen“. Alex folgte schnell meiner Bitte, froh dass er dem Gespräch entkommen konnte. Wir gingen durch den Wald zurück zu unseren Schlafplatz. Ich legte mich wieder hin und beobachtete, wie Alex sich auf der anderen Seite ebenfalls in seinen Schlafsack legte. Nicht weit von ihm lag Samuel, ich beobachtete wie er schlief. Das letzte licht vom Lagerfeuer, legte sich sanft auf seinem Gesicht, und leuchtete sanft in warmen licht. Seine Züge wurden dadurch weich und ließen seine kantigen Gesichtszüge verschwinden. Seine Brust hob und senkte sich wieder und dadurch wurde ich immer müder und schlief schließlich ganz ein.

Kurze Zeit später wurde ich wieder wach, da irgendwas auf mein Gesicht Platschte, verwirrt öffneten sich meine Augen. Leises Gemurmel, und gereizte stimmen sagten was vom „Regen“ „oh Mist“, „ lass mich schlafen!“. Langsam wurde mir wieder bewusst wo ich war, ich war auf einer ungeschützten Lichtung, und es fing an zu Regnen. Der Regen wurde immer stärker und jetzt begriffen auch die tiefsten Schläfer, dass sie aufwachen mussten. Wir standen also alle eilig auf und flüchteten in den Wald. Na toll, was für ne Scheiße. Wäre ich mal lieber im Camp geblieben.. Paul, Alex und Samuel spannten im Wald eine Plane auf, so dass wir darunter Schutz finden konnten. Wir legten uns also alle irgendwie unter die nicht allzu große Plane, jetzt war es auch egal, dass Jungs neben Mädchen schliefen, vorher gab es darüber nämlich einen riesigen Streit der in Heulerei geendet hatte. Ich legte mich ganz am rand und wollte gerade meine Augen zu machen als ich merkte wer neben mir lag. Meine Augen wurden groß. Samuel. Scheiße, wie soll ich denn jetzt bitte schlafen??  Ich merkte wie ich nervös wurde und ein kleines Zittern sich in meinen Beinen bemerkbar machte. Ich klammerte mich an meinen Schlafsack und lag so da, bis ich mich vorsichtig zur Seite drehte. Samuel hatte die Augen geschlossen, er lag nicht weit von mir entfernt. Ich muss nur meine Hand ausstrecken und könnte sein Gesicht Berühren. Ich zog meine Hand aus dem Schlafsack. Nein! Was tust du denn da? Was passiert wenn er dadurch aufwacht? Mein Kopfkino überzeugte mich, dass das eine echt peinliche Situation werden würde und davon hatte ich schon genug in meinem Leben. Es reichte mir, dass ich wusste, dass  er neben mir lag. Und ich spürte seine Gegenwart wirklich stark. Meine Müdigkeit war verschwunden. Ich sah mich in meinen Gedanken mit Samuel  in einem Bett liegen, und dachte, wie es wohl wäre, in seinem arm zu Schlafen. Mein Herz schlug schneller und so laut, dass ich Angst hatte das Samuel davon geweckt werden würde. Bleib ruhig, Chrisy. Er kann dich nicht hören.. Du musst dich nur beruhigen, lenke dich am besten ab. Und so dachte ich an etwas anderes. Mein Herz schlug nun nicht mehr ganz so stark, und ich gewöhnte mich an die Tatsache, dass ich für Samuel jetzt keine fremde Person mehr war, die ihn  heimlich beobachtete. Ein Lächeln stahl sich auf meinen Lippen. Doch ich bekam ein wenig Angst, und damit schlief ich dann ein.

5.8.15 22:55, kommentieren